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170602 SchrittwieserDefensespezialist Schrittwieser bewies schon mehrmals, wie man dem Gegner durch low-scoring den Nerv zieht.

Bei einem Stand von 1:1 wechselt die Finalserie aus dem Burgenland in die Steiermark. Die ece bulls Kapfenberg stahlen mit einer weiterem low-scoring game das zweite Heimspiel der Redwell Gunners Oberwart und eroberten sich somit den Heimvorteil. Saisonübergreifend war dies die erste Finalniederlage in der Admiral Basketball Bundesliga nach vier Siegen in der Ära Chris Chougaz. Wie auch schon im ersten Spiel starteten die bulls erneut stark und spielten schnell einen zweistelligen Vorsprung heraus. Im Gegensatz zum ersten Spiel hatten die Steirer allerdings diesmal die richtigen Antworten auf die runs der Gunners. Vor allem Bogic Vujosevic scheint nun voll in der Finalserie angekommen zu sein und stellte die Gunners Defense vor schwere Aufgaben. Geprägt wurden aber beide Spiele durch starke Verteidigungsleistungen auf beiden Seiten. Der Titelgewinn scheint von beiden Teams über die Defensive gesucht zu werden.

„Offense wins games, defense wins championship“ – dieses bekannte Basketballsprichwort dürften die beiden Coaches der Finalteams in diesem Jahr besonders ernst nehmen. Für ein Finale nicht untypisch, lieferten sich die Teams in den beiden Auftaktspielen jeweils lowscoring battles. 

Die Gunners warfen in Spiel 1 und Spiel 2 im Schnitt 58,5 Punkte, im Grunddurchgang waren es noch um über 20 Punkte mehr (80,8). Ähnliches Bild bei den bulls, sie kamen in den ersten beiden Spielen auf 61,5 , während sie im Grunddurchgang einen Schnitt von 77,6 verbuchten. Das macht das Spiel allerdings nicht minder attraktiv. In der Verteidigung scheinen beide Teams extrem gut auf das Offensivspiel ihres Gegenübers eingestellt sein – leichte Würfe werden nicht zugelassen und auch Fastbreaks durch eine erfolgreiche Transition Defense weitgehend unterbunden. Nun ist es zwar nicht ungewöhnlich, dass in Finalspielen knapp weniger Punkte fallen, ein derartiger Fokus auf die Defensive ist allerdings eine Premiere in den Finals der Admiral Basketball Bundesliga. In der 31-jährigen Geschichte der Playoffs ließ im Finale noch nie ein Team im Schnitt weniger Punkte zu, als die beiden Finalisten dieser Saison - unabhängig davon ob Gewinner- oder Verlierermannschaft. 1999 kürte sich die UKJ SÜBA St. Pölten mit dem bisher niedrigsten Finalpunkteschnitt eines Meisters (63,6) zum Champion - ihr Gegner damals war ebenfalls Kapfenberg (62,4 Punkte pro Finalspiel) unter Michael Schrittwieser in der bisher einzigen best-of-seven Serie. Doch Kapfenberg bewies auch schon, dass sie in low-scoring Serien ihren Gegner den Nerv ziehen können. Im Viertelfinale 2010 schaffte das Team von Schrittwieser mit einem 44:43 gegen Klosterneuburg den Aufstieg ins Halbfinale. Gesamt scorte sein Team in dieser Serie im Schnitt 59,2 Punkte pro Spiel.

Die große Frage für Spiel 3 bleibt also, ob es einem der beiden Teams gelingt den Defensivriegel des anderen Teams zu knacken und einen offensiven Rhythmus zu finden. Durch die enorm hohe Rotation der bulls, scheint genau dieser gewohnte offensive Rhythmus der Gunners erfolgreich gestört zu werden. Allerdings scheint dies auch die eigene Offensive zu hemmen und hindert sie selbst ins Laufen zu kommen. Sky Sport Austria liefert am Samstag live ab 18:15 (Tip-Off 18:30) die Auflösung.

Das dritte Finale im Detail: 

  

bulls

#3 ece bulls Kapfenberg#1 Redwell Gunners Oberwartgunners

Samstag, 18.30 Uhr in der SPH Walfersam, Kapfenberg
Serienstand 1:1 (in der best of seven Serie)
Live auf Sky Sport Austria ab 18.15 Uhr
Stimmen zur anstehenden Begegnung:
Marck Coffin, Kapitän der bulls: „Im nächsten Spiel möchten wir noch mehr Intensität bringen als am Mittwoch in Oberwart. Wir müssen unter anderem den Rebound offensiv und defensiv dominieren und gegen die druckvolle Defense der Gunners kühlen Kopf bewahren. Wenn uns das gelingt haben wir gute Voraussetzungen, um die Führung in der Serie zu übernehmen.“
Adnan Bajramovic, Assistant Coach der bulls: „Wir wollen unseren Sieg vom Mittwoch bestätigen und werden top vorbereitet in das Spiel gehen. Oberwart ist eine Mannschaft, die nie aufgibt - wir werden vierzig Minuten konzentriert und ready sein müssen, um in der Serie mit 2:1 in Führung gehen zu können.“
Chris Chougaz, Head Coach der Gunners: „Wir werden bis Samstag alle unsere Kräfte sammeln. Wenn wir am Anfang nicht wieder in einen Rückstand schlittern, ist ein Sieg drinnen.“
Georg Wolf, Spieler der Gunners: „In Kapfenberg müssen wir vor allem zu Beginn des Spiels viel entschlossener auftreten und besser exekutieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir diesmal gewinnen werden.“
Personelles:
Gunners: Szkutta (Zehenbruch) und Poljak (Schulter-OP) fallen weiterhin aus.